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...nur für Befugte

Kindermund...

...tut bekanntlich Wahrheit kund. Wenn man längere Zeit mit Kindern arbeitet, hat man auch ab und zu etwas zu lachen. Manche Stilblüten sind zu schön, um sie zu vergessen, darum habe ich hier einige aus meiner Sammlung aufgeschrieben. Selbstverständlich wird keiner namentlich genannt. Ich habe zum besseren Verständnis die Jungs Fritzchen und die Mädchen Lieschen genannt. 



Lieschen hat sich mit Kugelschreiber Markierungen in ihre Noten gemalt. Ich gebe ihr den Tip, doch lieber einen Bleistift zu verwenden. Auch ich habe früher einen Kuli genommen und ärgere mich heute, daß ich es nicht mehr wegradieren kann. Lieschen: "Jaja, als du klein warst, gab es ja auch noch keine Bleistifte."


Fritzchen hat seine Sonatine diese Woche einzeln eingeübt. Ich: "Klappt ja prima, hast du schon mal zusammen versucht?" Fritzchen: "Nö. Ich wollte einmal, aber da sollte ich duschen..." 10 Jahre


Der Punkt hinter der Note verlängert sie um die Hälfte ihres Wertes - weiß jeder Musiker. Ganze Note mit Punkt hätte also....        Ich: "Wieviel ist denn die Hälfte von vier?" Fritzchen: "Halb vier!" 8 Jahre


Lieschen denkt über den Geburtstag ihres Vaters nach: "Ich schenk ihm ne CD, die er schon hat, und guck, ob er´s merkt..." 15 Jahre


Lieschen hat das ultimative Argument, den Unterricht zu beenden: "Meine Mutter bringt es nicht mehr auf die Reihe, mich zum Üben zu bringen. Ich hör dann auf..." 11 Jahre


Fritzchen spielt einen Fehler nach dem anderen, weil er es viel zu schnell versucht. Ich: "Mach langsam!" Fritzchen: "Jaja, du wirst ja nach Stunden bezahlt!" 9 Jahre


Ich: "Das D da oben bleibt liegen!" Fritzchen: "Ich weiß! Offiziell halt ich das noch fest!" 17 Jahre


Die Namen der Intervalle müssen auch interessante Variationen über sich ergehen lassen. Fritzchen: "Oktave, Sekte, Septim und Quante." 11 Jahre


Fritzchen mag sein Weihnachtslied nicht: "White Chrismas? Das hab ich zum Kachelofenanzünden genommen!" 13 Jahre


Fritzchen spielt einen falschen Fingersatz und kommt daher nicht weiter. Ich: "Tja, wenn man nicht aufpaßt, gehen einem die Finger aus..." Fritzchen: "Ja, ich kenn das Gefühl!" 13 Jahre


Der Dialog ging aber noch weiter! Ich: "Dann schreib doch mal einen Fingersatz drüber!" Fritzchen: "Einen intelligenten oder einen, wie ich es spielen würde?"


Ich: "Falsch!" Fritzchen: "Ist das kein E?" Ich: "Nein!" Fritzchen: "Das erklärt einiges..." 10 Jahre


Ich: "Was ist denn das Problem?" Lieschen: "Das Problem ist das hier mit dem Mur und Doll!" 14 Jahre


Diverse Ausreden für diverse Fehler: "Das Klavier hat einfach zu viele Tasten!" "Hier haben die Schweine den Fingersatz geklaut!" "Ich krich den Rhythmus irgenzwie net in meinen Schädel!!!" "Ich erfind mir selbst ein Lied..." "Ich war sehr faul, aber ich hab´s so gut hingekriegt, wie´s ging... für die Faulheit."


Ich: "Spiel´s doch mal mit Begleitautomatik!" Fritzchen: "Toll, jetzt fängt die Scheiße an..." 12 Jahre


Fritzchen hat jetzt ´ne Band! Ich quetsche ihn aus: "Habt ihr denn schon mal eine Aufnahme gemacht?" Fritzchen: "Nee, unser Schlagzeuger war auf Klassenfahrt." 14 Jahre


Ich: "Wie funktioniert denn nochmal eine Dur-Tonleiter?" Fritzchen überlegt: "Hm. Jetzt ist es mir grade ein- und dann direkt wieder ausgefallen!" 11 Jahre


Lieschen: "Kennst du eine Johanna?" Ich: "Weiß nicht, wie schreibt die sich denn?" Lieschen: "Na... Jott - Oh - Ha - A - En . . . " 8 Jahre


Lieschen übersetzt. "I am sailing....ich bin segeln?!?" 8 Jahre


Kleiner Dialog zur Begrüßung: "Na, wie geht´s?" "Schule - zum kotzen!" 9 Jahre


Lieschen hat auch noch andere Freizeitbeschäftigungen: "Ich knall so gern Vögel ab!" 8 Jahre (gemeint war Gott sei Dank Moorhuhn...


Lieschen war beim Arzt und hat jetzt beschlossen: "Ich hab mit Spritzen Schluß gemacht!" (8 Jahre)


Fritzchen spielt seit zwei Wochen Schumanns "Fröhlichen Landmann, von der Arbeit zurückkehrend". Ich: "Und, ist der Landman jetzt fröhlich?" Fritzchen: "Naja, geht so. Gibt wahrscheinlich Suppe zu Hause..." 13 Jahre


Ich: "Wie viele Vorzeichen hat E-Dur?" Fritzchen: "Drei... ich will mich da aber nicht festlegen!" 9 Jahre


Ich: "Na dann viel Spaß!" Fritzchen: "Ja, den brauch ich!" 11 Jahre


Lieschens vielversprechende Ankündigung: "Ich hab wild wie bescheuert geübt!" 8 Jahre


Fritz ist frustriert: "Ich lern jetzt ´n anderes Instrument. Ich spiel´Gong!" 49 Jahre


In Lieschens Familie gibt´s interessante Medizin... "Das ist Mamas Lieblingslied, weil Papas Tabletten so heißen!" (Lieschen spielt grade OH SUSANNA . . . ) 9 Jahre


Gemeine Eltern! Lieschen: "Meine Mama hat mich gezwungen, das Lied zusammen zu üben!" 9 Jahre


Lieschen lernt den Quintenzirkel und entwickelt sich dabei zum echten Musiker: "Geh, du alter Esel, hole ....äh....Bier!" 11 Jahre


Ich: "Dann spiel mal." Fritzchen: "Und was machst du?" 7 Jahre


"Wie heißt der Ton da?" - "B" - "Nein!" - "War´n Scherz!" 13 Jahre


Fritzchen hört mitten im Spiel urplötzlich auf und ruft: "Ich hab voll den Haarausfall!!!" 9 Jahre


Falsche Töne ziehen auch schon mal gelungene Selbstkritik nach sich... "Ups - war viel zu doof - ups - nee..." - "Is ja grau-en-er-re-gend!" - "Ich spiel wieder alles, nur nicht das Richtige..." - "Da hab ich mich ja jetzt ganz verwechselt!" - "Das ist ultimativ merkwürdig!"


Ich: "Wie erkennst du eindeutig die Tonart?" Fritzchen: "Mit der Tonleiter!" Ich: "Wie meinst du das?" Fritzchen: "Hm, wie meine ich das nochmal..?" 12 Jahre


Fritzchen kann sein Stück einzeln schon ganz prima. Ich: "Dann spiel mal zusammen!" Entgeisterter Blick, dann die Antwort: "Wie stellste dir das denn vor..?" 9 Jahre


Ich will auf den Begriff "Harmonie" hinaus: "Wenn du mehrere Töne gleichzeitig spielst, die gut zusammen passen, wie klingt das dann?" Fritzchen: "Super!" 11 Jahre


Man kann mit Noten auch Wörter bilden. Fritzchen liest B - As - E. Ich: "Weißt Du, was eine Base ist?" Fritzchen: "Ja, so ein Mittelalterliches Wort für Putzfrau!" 10 Jahre


Fritzchens Mutter kommt die Treppe herunter und pfeift ein Lied. Ich: "Hör mal; kennst du das? Das ist die Sonate Facile von Mozart!" Fritzchen (leise): "Seien Sie froh, daß sie nicht singt!" 13 Jahre


Ich: "Spiel beim Üben die Wiederholungen mit!" Fritzchen: "Da fall ich aus allen Wolken!"  11 Jahre


Es gibt Fragen, auf die wird man als Lehrer einfach nicht vorbereitet. Lieschen hat so eine Frage: "Warum heißt das eigentlich A-Moll und nicht irgendwie Muh-A oder so..?"  8 Jahre


Fritzchen, der mitten im Stück aufhört und gebannt in die Noten starrt: "Moment...ich bin noch voll drin!" 12 Jahre


Wieder hört ein Fritzchen mitten im Stück auf; "Das hab ich doch schonmal gespielt!" "Ist ja auch eine Wiederholung..." "Ach so..!" 12 Jahre


Ich: "So, dann leg mal los." Fritzchen: "Meine Damen und Herren, jetzt kommt die Niederlage!" 9 Jahre


Ich: "Wie war denn gleich der Merksatz für die Kreuzchentonarten?" Fritzchen: "Nie ohne Seife waschen! Ach nee, der war für die Windrose..." 10 Jahre


Noch ein Lieschen mit Weihnachtsliederallergie: "Bei Süßer die Glocken nie klingen hat mich der Schlag getroffen!" 9 Jahre


Ich: "Dreiklänge sind Akkorde, die schön klingen. Das sind also Harmonien." Fritzchen: "Und wenn es schlecht klingt, ist das dann eine Schlechtmonie?" 10 Jahre


Ich: "Was ist das für ein Ton?" Fritzchen: "Ein H. Das paßt ja; da lag auch grad ein Haar..." 9 Jahre


Die harmonische Molltonleiter klingt im oberen Bereich orientalisch. Ich spiele sie Lieschen vor und frage sie, ob ihr daran etwas auffällt. Lieschen: "Die hört hört sich so an wie da, wie heißt das - wo die Leute mit dem Punkt auf dem Kopf wohnen!" 12 Jahre



Phantasievolle Eigenkritik von Fritzchen: "Das hört sich an, als ob ein Bayer mit nem Megaphon in Berlin im Olympiastadion steht und jodelt..." 12 Jahre



Wer den Rhythmus erfassen will, muß lernen, beim Spielen mitzuzählen. Lieschen: "1 - 2 - 3 und 4 - 1 - 2 - 3 - Maaaaamaaa, Telefon! - 4 - 1 - 2 - 3 ..." 9 Jahre


Fritzchen war auf einem Konzert: "Der hatte ´nen Dudelsack und hat voll abgedudelt...." 10 Jahre



Fritzchen liest nach einer Woche dann auch mal die Noten: "Oh, das ist ja´n Gis - meine Fresse, ich krieg zuviel. Und hier ein G - das endet hier noch ganz schlimm!" 14 Jahre


Lieschen hat nicht geübt: "Ich hatte nicht eine Lust auf das Lied..." 10 Jahre


Ich unterbreche Lieschen, die einen völlig falschen Rhythmus spielt. "Zähl doch mal mit!" Dann das Ablenkungsmanöver: "Du hast´n Hemd an und ich auch..!" 8 Jahre



Fritzchen entdeckt die Welt des Keyboards: "D-Moll..? Tja, da müsse mer ma hee drügge.." 14 Jahre


Fritzchen spielt ein paar F´s zuviel "Hmm, naja, mit dem A hab ich´s nicht so!" 13 Jahre


Lieschen: "Da Capo al Fine - - - ische kanne italienisch, eh?" 9 Jahre


Fritzchen spielt falsch. "Da isser wieder, der Vorführeffekt, wie wir ihn kennen und lieben..." 12 Jahre


Fritzchen zählt beim spielen mit: "Eins....äh....und......also leicht ist das nicht!!!" 8 Jahre


Wie war das noch mit der Akkordbegleitung? Fritzchen: "Kadenz! Da hab ich schon mal ein wichtiges Wort, oder..?" 11 Jahre



Wolfgang Mertens - Musik und Unterricht | wolfgang@mertens-online.org